BNA-Veranstaltung "Haltung von Papageienvögeln in Vogel und Tierparks"

Fotos: Dieter Debatin
Text: BNA
 
Am 28. Juli 2018 fand im BNA-Schulungszentrum die Veranstaltung zur „Haltung von Papageienvögeln in Vogel- und Tierparks“ statt, die sich einer sehr großen Teilnehmerzahl mit vielen bisher unbekannten Gesichtern erfreute. Zu Beginn begrüßte Dr. Martin Singheiser die Teilnehmenden und stellte kurz die Arbeit des BNA vor.
 
 
 
Dipl.-Biologe Jürgen Hirt eröffnete die Vortragsreihe mit einer Einführung in die wichtigsten Rechtsbereiche der Vogelhaltung und aktuelle Änderungen in der Gesetzgebung. Hier sorgten vor allem die Informationen, dass alle Gutachten über die Mindestanforderungen überarbeitet werden, für ein gesteigertes Interesse bei den Anwesenden. Da die Überarbeitung für die Papageien noch aussteht, wies Herr Hirt vor allem im Hinblick auf geplante Um- und Neubauten darauf hin, sich eng mit der zuständigen Behörde abzustimmen. 
 
 
Anschließend zeigte Tierarzt und Papageienspezialist Dr. Gerd Britsch Möglichkeiten auf, wie man bei Papageien und Sittichen Krankheiten möglichst frühzeitig erkennen kann. Da die Tiere instinktiv Schwäche vor Artgenossen und Menschen zu verbergen versuchen, ist es besonders wichtig sie regelmäßig zu kontrollieren und selbst auf kleinste Veränderungen zu achten. Anhand vieler konkreter Beispiele konnte Dr. Britsch den Teilnehmenden wertvolle Hinweise liefern. Auch beim Thema „Ernährung“ wurden durch Dr. Britsch interessante Informationen speziell für Papageien vermittelt. Er ging auf die teils doch deutlichen Unterschiede in der Zusammensetzung des Futters für Wild- und Heimtiere ein und betonte die Wichtigkeit der artspezifischen Ernährung. Auch eine tiergerechte Darreichung und die Hygiene bei der Fütterung waren wichtige Punkte seines Vortrags.
 
 
Ein weiterer Beitrag drehte sich um die Gestaltung von Volieren. Hierbei machte Dr. Britsch sehr deutlich, dass eine Außenhaltung einer reinen Wohnungshaltung vorzuziehen sei, denn aufgrund der geringen Luftfeuchtigkeit und einer stärkeren Verkeimung kommt es immer wieder zu gesundheitlichen Problemen bei den Vögeln. Anschließend stellte er den Verein "Federnhilfe e.V." vor; dieser hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Papageienhaltung zu verbessern und auch Projekte in Tier- und Vogelparks zu fördern. Ein Beispiel ist das Projekt „Vögel in Not“ des Vogelparks Weingarten-Waldbücke, das versucht, vor allem Kakadus, die einzeln gehalten wurden oder deren Partner verstorben ist, zu vergesellschaften und als Paar wieder zu vermitteln. Er regte bei den Vogelparks an, dass sich auch andere Einrichtungen an den Vergesellschaftungsprojekten von Papageien beteiligten sollten, da hier ein enormer Bedarf besteht.
 
Frau Dr. Susanne Vorbrüggen, Tierärztin für Zier-, Zoo- und Wildvögel, referierte abschließend über ihre Erfahrungen im Umgang mit dem Ausbruch der Vogelgrippe in zwei Tierparks. Dabei betonte sie sehr deutlich, dass eine konstruktive Zusammenarbeit mit den Amtsveterinären bereits im Vorfeld unerlässlich ist und empfahl den Anwesenden, sich rechtzeitig Gedanken zu machen, welche Arbeitsabläufe und Vorkehrungen im Falle eines Vogelgrippefalls im eigenen Park erforderlich sind. Ein solcher Notfallplan und vorrätig gehaltene Materialien (z. B. Wannen für Desinfektionsbäder, Schutzkleidung, Abdeckplanen) ermöglichen es, schnell und zielgerichtet zu reagieren. 
 
 
 
Wir möchten uns an dieser Stelle ganz besonders herzlich bei Frau Dr. Vorbrüggen, Herrn Dr. Britsch und Jürgen Hirt für die informativen Vorträge und bei den Teilnehmenden für die konstruktiven Diskussionen bedanken.
Die positive Resonanz zu dieser Veranstaltung hat uns dazu bewogen, dass wir bereits die nächste Papageienveranstaltung planen; seien Sie daher gespannt und bleiben Sie neugierig.
 
 
 
 
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