Sach- und Fachkunde ist Tierschutz


 

Ich bin sehr gerne zum BNA gekommen, um nicht nur am grünen Tisch, sondern vor Ort mit eigenen Augen zu sehen und zu erfahren, was hier geleistet wird, so Dieter Stier, tierschutzpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, am Ende einer mit Experten hochkarätig besetzten Gesprächs- und Diskussionsrunde, die beim Bundesverband für fachgerechten Natur-, Tier und Artenschutz (BNA) in Hambrücken über die Bühne ging.

 

Neben dem 49-jährigen Abgeordneten und diplomierten Agrar-Ingenieur aus Sachsen-Anhalt waren auch Alois Gerig, MdB, Obmann des Ausschusses für Ernährung und Landwirtschaft sowie Landesfachausschussvorsitzender Ländlicher Raum der CDU Baden-Württemberg, sowie der Abgeordnete des Wahlkreises Bruchsal-Schwetzingen, Olav Gutting, Mitglied des Fraktionsvorstandes und Vorsitzender des Landesfachausschuss für Umwelt und Energie der CDU-Baden-Württemberg, angereist.

 

Weiterhin waren Dr. Gerhard Emonds, ein weltweit anerkannter Experte und Fachjurist, Professor Dr. Thomas Richter vom Tierschutzausschuss der Bundesärztekammer sowie Dr. Thomas Steidl, Präsident der Landestierärztekammer, der Einladung von BNA-Präsident Walter Grau gefolgt. Ebenso Papageienpapst Dr. Matthias Reinschmidt vom Loro Parque Teneriffa, Herbert Geitner, Naturschutzwart und Geschäftsführer des Verbandes Deutscher Waldvogelpfleger und Vogelschützer (VdW) sowie die beiden BNA-Vizepräsidenten Dr. Gisela von Hegel und Kurt Landes.

 

Schwerpunkt der Zusammenkunft war die Frage, wie der Tierschutz verbessert werden kann und welchen Stellenwert die Heimtierhaltung bei der CDU/CSU in dieser Legislaturperiode einnimmt. BNA-Geschäftsführer Lorenz Haut (Nicht übereinander, sondern miteinander reden) hatte eingangs in einer Präsentation das Thema Ist die Heimtierhaltung in Gefahr? anhand zahlreicher Beispiele aufgezeigt und zur Diskussion gestellt.

 

Das BNA-Schulungskonzept mit dem im Wortsinn begreifbaren Unterricht, die Fort- und Weiterbildung nach § 11 des Tierschutzgesetzes, Qualitätsmanagement und Leitlinien, das breite Seminarangebot und das dreistufige BNA-Modell mit der Gleichwertigkeitsanerkennung, Wissensvermittlung und Prüfung, wurde eingehend beleuchtet.
Ernstzunehmender Tierschutz darf sich nicht auf einzelne Tiergruppen beschränken, so Haut in seinem, wie immer leidenschaftlich vorgetragenen, Plädoyer, das in der Kernaussage mündete: Fach- und Sachkunde ist Tierschutz.

 

Bei einer Führung durch das modern eingerichtete BNA-Schulungszentrum, die Außenanlagen und Räumlichkeiten mit Volieren, Aquarien und Terrarien, gab Diplom-Biologe Jürgen Hirt sachkundige Erklärungen zu den vorhandenen Tieren. Sehr interessant und überaus beeindruckend war der allgemeine Tenor der Gäste.

 

 

Die aktuelle Forderung des BNA, der sich seit Anbeginn unter dem Motto "Biotope schützen, Natur bewahren, Arten erhalten" für den Tierschutz einsetzt, ist klar formuliert und lautet: Politische Absicherung der Heim- und Wildtierhaltung für die Zukunft.
Durch vielfältige politische Netzwerke, Kommunikation mit Tierschutzverbänden, Mitwirkung an der Tier- und Artenschutzgesetzgebung, Reformierung der Artenschutzbürokratie sowie der Förderung der Heimtierhaltung hat sich der BNA klar positioniert.
Der Appell Hauts an die versammelten Politiker ging klar in Richtung: Bessere Akzeptanz der Wildtierhaltung in Politik und Tierschutz sowie der stärkeren Verankerung des Tierschutzes in den Schulen. Das chinesische Zitat Sagst du es mir, vergesse ich es. Zeigst du es mir, merke ich es mir vielleicht. Lässt du mich teilhaben, so verstehe ich es., verdeutlicht die BNA-Haltung.

 

Auch BNA-Präsident Walter Grau bot erneut die Zusammenarbeit mit allen Parteien und Gremien an und sagte: Unser Ziel ist der ständige Dialog. Der BNA sei ein seriöser Verein, der dies in der Vergangenheit stets unter Beweis gestellt habe: Wir wollen die Menschen mitnehmen.
Dieter Stier wie auch Alois Gerig bekräftigten, dass man nur gemeinsam seine Ziele erreiche: Sie haben uns an ihrer Seite. Man wolle auch künftig alle an einen Tisch holen, um Missverständnisse auszuräumen um sich bestenfalls anzunähern, eine für alle akzeptable Lösung finden, denn es geht nur zusammen.

 

Wir hätten in Europa zwar das beste Tierschutzgesetz, doch die Umsetzung und der Vollzug sei wieder eine andere Sache. Wir sind nicht für Verbote, sondern für Lösungen. Der BNA hat in uns einen Partner, dessen Türen immer offen stehen, meinte Stier, der die Heimreise mit vielen neuen Eindrücken antrat.