Von der kritisierten Veranstaltung zum Vorzeige-Geflügelmarkt

 

Europas größter Geflügelmarkt in Straubing

 

Wie in jedem Jahr seit 1991 fand auch am 06. Januar 2013 der traditionelle Geflügelmarkt in Straubing statt. Immer wieder stand der Straubinger Geflügelmarkt, der zu den größten in ganz Europa zählt, in der Kritik der Tierschützer, wie auch von Seiten des BNA.

 

Seit Jahren besuche ich den Straubinger Geflügelmarkt und habe immer versucht mit konstruktiver Kritik auf die Vereinsverantwortlichen, Albert Hien und Jörg Mildenberger, einzuwirken. Auch die Zusammenarbeit mit dem Amt für Verbraucherschutz und Veterinärwesen der Stadt Straubing, Herrn Veterinärdirektor Dr. Franz Able und seinen Kolleginnen und Kollegen, war immer konstruktiv und aufgeschlossen.

 

Wie kann man einen solchen Geflügelmarkt logistisch so organisieren, dass die Leitlinien zur Ausrichtung von Tierbörsen unter Tierschutzgesichtspunkten umgesetzt werden?
Schon seit Jahren ist festzustellen, dass sich die Verantwortlichen um Verbesserungen bemühen, aber der Durchbruch war bislang noch nicht gelungen.

 

Tausende Besucher aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Italien, Frankreich, Griechenland, Kroatien, Slowenien, der Slowakei, Tschechien, Ungarn, Polen, Rumänien, Bulgarien, Belgien und den Niederlanden kommen am Dreikönigstag nach Straubing, um Hühner, Enten, Tauben und Kaninchen zu kaufen.
Ich habe einige der Besucher aus den Nachländern gefragt, wieso sie ausgerechnet nach Straubing kommen. Meist erhielt ich die Antwort: Es sei der größte Markt, er biete eine unendliche Rassevielfalt und die deutschen Züchter hätten den höchsten Züchterstandard.
Die angebotenen Tiere stammen überwiegend von den Bayrischen Geflügelzüchtervereinen; insgesamt werden in den sechs Messehallen insgesamt 17.000 Verkaufskäfige aufgestellt.

 

Im Jahr 2012 stand der Geflügelmarkt wieder in der Kritik des BNA, wir berichteten in BNA-aktuell Nr. 1/2012 darüber. Wir haben den Verantwortlichen des Straubinger Geflügelzüchtervereins mitgeteilt, dass die Tiere am Vortag eingeliefert werden müssen und dass am Börsentag selbst keine Tiere in die Verkaufshallen gebracht werden dürfen.
Diese Anregung wurde von Seiten des Vereins angenommen und umgesetzt.

 

Die beiden Verantwortlichen mussten deshalb in den letzten Tagen vor dem Geflügelmarkt viele böse Anrufe entgegennehmen und vor allem Herr Hien musste bezüglich der Einlieferung am Vortag viel Überzeugungsarbeit leisten.

 

Letztlich konnten Herr Hien und Herr Mildenberger die Mitglieder ihres Vereins davon überzeugen, dass die Kritik des BNA zutreffend und angebracht war und so wurde noch im Januar 2012 die Entscheidung getroffen, dass die Einlieferung für 2013 am Vortag vorzunehmen ist.

 

 

Wie sah der größte Europäische Geflügelmarkt 2013 aus?

 

Der Durchbruch ist gelungen! Schon am Samstagabend waren über 15.000 Tiere in den bereitgestellten Verkaufskäfigen untergebracht worden. Um 20.00 Uhr wurde ein letzter Rundgang mit den Amtsveterinären, den Börsenverantwortlichen sowie dem BNA (Hr. Haut und Hr. Christ) unternommen. Bei allen war eine große Erleichterung spürbar und man war sehr gespannt auf den Börsentag.

 

Um 4.30 Uhr war ich mit unserem BNA-Mitglied Helmut Christ, der mich zu vielen Tierbörsen begleitet, in den Hallen und der leitende Amtsveterinär Dr. Able stand schon mit seinen Amtskollegen bereit. Die Vereinsverantwortlichen standen zusammen mit über 60 Vereinskontrolleuren bereits ab 3.00 Uhr in den Startlöchern.

 

 

 

Tausende von Menschen standen vor den Hallen, als um 5.00 Uhr der Einlass begann, der innerhalb von nur 40 Minuten reibungslos ablief.
Die ersten Tieraufkäufer standen bereits um 5.15 Uhr mit ihren Rollwagen wieder am Ausgang, denn die aufgekauften Tiere werden zum Teil in den nächsten Tagen die Reise nach Kuwait antreten.
Die Verkaufstiere waren alle in bestem Zustand und zur großen Freude der Amtsveterinäre in gemäß den Tierbörsenrichtlinien bereitgestellten Verkaufskäfigen untergebracht. Der Börsentag verlief sehr entspannt und ich habe noch nie so zufriedene Menschen auf einer Tierbörse erlebt, wie am diesjährigen Dreikönigstag in Straubing. Darin waren sich auch diejenigen einig, die einen Tag zuvor eher noch skeptisch gewesen waren.

 

 

 

Straubing hat 2013 gezeigt, dass konstruktive Kritik zu positiven Entwicklungen führen kann, wenn Verantwortliche und Vollzugsbehörde an einem Strang ziehen.
Der Straubinger Geflügelmarkt 2013 hat die Tierschutzerwartungen voll erfüllt und BNAGeschäftsführer Lorenz Haut sowie auch Helmut Christ sind sich sicher, dass der Straubinger Geflügelzuchtverein seinen Kritikern klar und deutlich gezeigt hat, dass man es auch besser machen kann.

 

 

 

Unerklärlich für mich als BNA-Geschäftsführer ist allerdings, dass der Geflügelzuchtverein bisher keinerlei Unterstützung von Seiten seines Züchterverbandes erhalten hat.
Dafür, dass die Börsenrichtlinien bisher nur unzureichend umgesetzt wurden, mache ich auch die Züchterverbände verantwortlich, denn sie haben in der Vergangenheit keine Aufklärung bezüglich der tierschutzgerechten Durchführung von Tierbörsen geleistet und noch dazu ihre Mitglieder gegen den BNA aufgehetzt.

 

Der BNA hat durch vorsätzlich falsche Informationen aus den Züchterverbänden Mitglieder verloren, obwohl es die Tierbörsen ohne die jahrzehntelangen Bemühungen des BNA heute in diesem Umfang sicher nicht mehr geben würde.