Wie steht der BNA zur der Petition:
Tierhaltung - Kein Verbot der Wildtier-/Exoten-Haltung?

 

Nachdem der Deutsche Tierschutzbund und weitere Tierschutzorganisationen ein Verbot der Wildtierhaltung fordert, kam eine rege Diskussion über das Für und Wider der Wildtierhaltung auf. Der BNA hat hierzu sehr frühzeitig seine Meinung geäußert. Am 8. Februar 2012 wurde eine Petition an den Deutschen Bundestag gestellt, in der man sich für die Wildtier-/Exotenhaltung ausspricht. Viele Tierhalter und Verbände fragen den BNA, ob er sich an dieser Petition beteiligt. Nachfolgend möchten wir hierzu Stellung nehmen:

 

Was ist eine Petition?

 

Nach Artikel 17 Grundgesetz hat jeder Bürger das Recht, eine Petition - d.h. eine Beschwerde oder Bitte - an den Landes- bzw. Bundestag zu richten. Allein beim Deutschen Bundestag gehen jährlich fast 20.000 Petitionsanträge ein. Ein Mitarbeiterstab von ca. 100 Personen ist für deren Sichtung und Bearbeitung verantwortlich. Die abschließende Bewertung erfolgt über den Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages.

 

Der Petitionsausschuss berät über die Bitten/Beschwerden und leitet sie beispielsweise an die zuständigen Ministerien zur Bearbeitung und Beantwortung weiter. Über einen Großteil der Petitionen wird in Sammelübersichten beraten, nur in Einzelfällen beschäftigt sich der Petitionsausschuss mit einer Einzelanfrage. So gingen 2010 16849 Petitionen ein, davon wurden 678 Petitionen vom Ausschuss zu Einzelberatungen aufgerufen, 10 davon öffentlich.

 

Der Petitionsausschuss informiert den Deutschen Bundestag über die eingegangenen Petitionen i.d.R. auf Grundlage der Sammelübersichten. Nur in Einzelfällen oder auf Anfrage einer Fraktion kann über eine Petition auch öffentlich im Deutschen Bundestag debattiert werden.

 

 

Petition: Tierhaltung - Kein Verbot der Wildtier-/Exoten-Haltung?

 

Der BNA wird sich dieser Petition nicht anschließen, denn dieser Weg ist aus unserer Sicht nicht erfolgsversprechend, was schon die Diskussion in dem dazu gehörigen Internet-Forum zeigt. Der BNA setzt vielmehr auf eine direkte konstruktive Diskussion mit den politischen Parteien und Tierschutzorganisationen. Deshalb wird der BNA am 21./22.April 2012 ein Symposium mit Experten aus der Politik, Wissenschaft, Industrie, Zoofachhandel, Tierschutz und Tierhaltern zur Wildtierhaltung durchführen. Hier wird ein Rahmen geschaffen, um Informationen und Ansichten auszutauschen, miteinander und nicht übereinander zu reden.

 

Diesen Weg sieht der BNA als sinnvoller an. Allerdings muss jedem, der sich zukünftig für eine (Wild)Tierhaltung einsetzt, im klaren sein, dass wir uns unserer Verantwortung für die Tiere verstärkt bewusst werden müssen. Wer (Wild)Tiere in Obhut halten möchte, muss die erforderlichen Fachkenntnisse und tiergerechte Haltungseinrichtungen besitzen. Immer wiederkehrende Missstände, wie beispielsweise auf Tierbörsen, werden uns bei den anstehenden Diskussionen nicht helfen, sondern schaden.

 

Lorenz Haut