Hautnaher Tierunterricht nach pädagogischen Aspekten umgesetzt


 

Der Bundesverband für fachgerechten Natur- und Artenschutz (BNA) bietet in seinem neuen Schulungszentrum in Hambrücken nicht nur für die Fort- und Weiterbildung von Erwachsenen aus dem ganzen Bundesgebiet optimale Voraussetzungen, sondern ermöglicht im Rahmen des im Jahre 2007 ins Leben gerufenen Schulprojekts für praktischen Biologieunterricht auch Schulklassen aus der Region den direkten Kontakt zu Tieren und zur Natur.

 

BNA-Geschäftsführer Lorenz Haut: Wir bieten Schülern aller Altersstufen und aller Schularten die Möglichkeit, selbst zu Forschern zu werden. Über 3 000 Schüler nutzten pro Jahr gemeinsam mit ihren Lehrern diese Gelegenheit und seien begeistert, heißt es beim BNA, dessen Slogan Biotope schützen, Natur bewahren, Arten erhalten über allem steht.
Jetzt waren gleich drei zweite Klassen der Lußhardtschule Forst im modernen Hambrückener Schulungszentrum zu Gast.

 

Die Themengebiete "Der Frosch" sowie "Haustiere" wurden von den Klassenlehrerinnen Dagmar Benz, Doris Greulich und Gisela Merkle im Vorfeld gewünscht und wurden im Anschluss beim BNA unter Einbeziehung der modernen Tieranlagen nach pädagogischen Aspekten am ausgewähltem Tierbestand umgesetzt.
So konnten die Zweitklässler nicht nur Frösche beim Springen und Schwimmen beobachten, sondern auch selbst einmal am BNA-eigenen Teich nach Kaulquappen Ausschau halten. Dabei bekamen die Kids unter der vorsichtigen Anleitung der beiden Diplom-Biologen Michael Schmid und Jürgen Hirt ein Gefühl für die empfindliche Amphibienhaut.

 

Die unterschiedlichen Ansprüche der verschiedenen Haustiere, die vom Aquarienfisch bis zum Kaninchen reichen, standen im Mittelpunkt der zweiten Unterrichtseinheit und wurden von den jungen Schülern mit Hilfe vorbereiteter Arbeitsmaterialien erkundet und durch selbstgemalte Bilder kreativ umgesetzt.
Michael Schmid: Der BNA füllt mit seinem Angebot die Lücke, die bei den jüngeren Generationen durch mangelnden Zugang zur Natur entstanden ist. Nur wer als Kind Tiere kennen und schätzen gelernt hat, wird sich später auch für die Erhaltung der Natur engagieren.

 

Dies sieht auch Rektor Gerhard Freund so. Der Leiter der Forster Lußhardtschule ist stellvertretender Landesvorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) in Baden-Württemberg und war schon etliche Male im Hambrückener Schulungszentrum. Er sagt: Ich bin froh, dass in unserer unmittelbaren Nachbarschaft eine solche Einrichtung vorhanden und damit ein optimaler, praxisnaher Unterricht möglich ist.
BNA-Geschäftsführer Lorenz Haut: Mich hat begeistert, wie sich die Kinder auch nach der Unterrichtseinheit eingebracht und mit dem Thema später in der Schule auseinander gesetzt haben.

 

Als Dankeschön wurden die BNA-Aktivisten zu einem Kurzbesuch in die Lußhardtschule eingeladen, wo ihnen die Kinder drei großflächige, selbst mit Sprüchen und Bildern gestaltete Plakate überreichten. Klassenlehrerin Dagmar Benz, die vor allem die Nachhaltigkeit des Gelernten herausstellte, begeistert: Die Kinder erzählten, dass sie vor Ort viele Dinge tun konnten, die in dieser Art sonst nicht möglich sind.

 

Das BNA-Umwelt-Schulprojekt wird durch die finanzielle Unterstützung der Dietmar-Hopp-Stiftung erst ermöglicht.
Wir hoffen, so Lorenz Haut, dass unser Projekt durch die neue Landesregierung gefördert und am Leben erhalten wird. Ansonsten müssten wir das erfolgreiche Schulprojekt einstellen.
Der Waghäuseler Bürgermeister und Landtagsabgeordnete Walter Heiler hat bereits signalisiert, dass er sich bei der Landesregierung für die Fortsetzung der BNA-Umweltschule einsetzen will.
Unterstützung kommt auch von den Grünen aus Berlin. Die parlamentarische Geschäftsführerin und Bundestagsabgeordnete Undine Kurth will sich direkt an Ministerpräsident Winfried Kretschmann wenden.