Tierschutz braucht qualifizierte Tierärzte

 

Die "Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e.V." war mit über 50 Veterinärmedizinern zur Aus- und Weiterbildung beim BNA Hambrücken / Sachkunde bei mit Tieren arbeitenden Berufsgruppen im Fokus

 

Artikel und Bilder von Hans-Joachim Of

 

"Tierschutz braucht qualifizierte Tierärzte" hat sich die "Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e.V." (TVT) auf ihre Fahnen geschrieben. Die Vereinigung, die ihren Sitz in Bakum bei Hannover hat und der Professor Dr. Thomas Blaha vorsteht, wurde 1985 von Tierärztinnen und Tierärzten gegründet, hat bundesweit etwa 900 Mitglieder und versteht sich vor allem als Sachverständigen-Organisation.
Jetzt nahmen über 50 Veterinärmediziner an einer zweitägigen Aus- und Fortbildung mit dem Schwerpunktthema "Sachkunde bei mit Tieren arbeitenden Berufsgruppen" beim BNA in Hambrücken teil.

Der Bundesverband für fachgerechten Natur- und Artenschutz e.V. (BNA) bietet seit dem Jahre 2004 in seinen modernen Schulungsräumen bundesweit anerkannte Seminare und Prüfungen zur Erlangung der Sachkunde nach § 11 Tierschutzgesetz durch. Die Palette der Fort- und Weiterbildungen des BNA Hambrücken reicht dabei von Informationsveranstaltungen für Tierhalter bis zu zertifizierten Seminaren für den Zoofachhandel, von der Betreuung von Auszubildenden bis hin zu mehrtägigen Fortbildungsveranstaltungen für Amtsveterinäre und Tierärzte.
Blaha: "Einmal jährlich findet jeweils in einem anderen Bundesland ein größeres Meeting statt. Hier im Badischen haben wir beste Vorraussetzungen vorgefunden".

Der Professor an der Tierärztlichen Hochschule Hannover weiter: "Tierschutz braucht qualifizierte Tierärzte. Deshalb ist Fachkompetenz gefragt und wir sind ständig im weiten Feld des Tierschutzes mit der Erarbeitung von Aus- und Weiterbildungskonzepten für die Sachkunde in insgesamt zehn Arbeitskreisen mit der Thematik beschäftigt." In Hambrücken standen die Themengebiete "Nutztierhaltung", "Kleintiere", "Tierversuche", "Betäubung und Schlachtung" sowie "Handel und Transport" im Fokus, aber auch die Blöcke "Wildtiere und Jagd", "Zirkus und Zoo", "Tierschutzethik- und Zucht" sowie das eigene Thema "Pferde" boten genügend Stoff zur Diskussion.
Mehrere namhafte Referenten, darunter der renommierte Richter und Staatsanwalt Dr. Christoph Maisack aus Lörrach, beleuchten besonders die Rechtsgrundlagen für die mit Tieren arbeitenden Berufsgruppen. Maisack:" Ziel der TVT ist es, mit tierärztlichem Fachwissen kompetenten, zielgerichteten und damit wirksamen Tierschutz, frei nach dem Grundsatz ,In dubio pro animale' (Im Zweifel für das Tier) zu praktizieren".

Inzwischen hat der TVT über 130 Merkblätter, die als Leitlinien zu verstehen sind, herausgegeben, informierte die Vorstandspitze. Blaha, der in seinem Abschlussreferat auf die Entwicklung des Selbstbildes des TVT im Laufe von 25 Jahren einging, abschießend: "Wir entsenden unsere Mitglieder in Kommissionen und Tierschutzbeiräte, beraten Kollegen, Behörden und Verbände, vertreten Tierärztinnen und Tierärzte in der Öffentlichkeit, in Politik und Medien".

BNA-Geschäftsführer Lorenz Haut aus Hambrücken erfreut: "Wir sind mittlerweile bundesweit anerkannt und eine gute Adresse. Gemeinsam mit dem TVT wollen wir nun einen Vorstoß bei der Politik unternehmen, dass künftig alle Tierhalter über entsprechende Sachkunde verfügen müssen".

Alle Infos gibt es auch im Internet unter www.tierschutz-tvt.de.


Teilnehmer der Aus- und Fortbildung beim Seminarunterricht
 
Gruppenbild vor dem BNA-Schulungszentrum