Informationen zur Bundesartenschutzverordnung

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

Seit dem 01. Januar 2001 gilt die neue Bundesartenschutzverordnung BArtSchV (Verordnung zum Erlass von Vorschriften auf dem Gebiet des Artenschutzes sowie zur Änderung der Psittakoseverordnung und der Bundeswildschutzverordnung), nach der eine Vielzahl von Tieren, insbesondere Säugetiere, Vögel und Reptilien gekennzeichnet werden müssen.

 

Wir haben nun in letzter Zeit eine Vielzahl von Anfragen von Behörden, Verbänden und Einzelpersonen erhalten, wie das Vorgehen sein wird. Wir können nun beim besten Willen nicht jedes Schreiben einzeln beantworten und wollen Ihnen deshalb hier das allgemeine Procedere schildern, wie es sich für uns derzeit darstellt, wohl wissend, dass Ihnen das meiste sowieso bekannt ist.

 

Hier können wir nicht die Vogel-, Säugetier- und Reptilienarten aufführen, für die die neue Verordnung gilt, zumal wir die Liste bereits im Heft 4/1998 von BNA-aktuell veröffentlicht haben; die aktuellen Ergänzungen können sie jederzeit auch im Internet unter www.bna-ev.de downloaden.
In unserem "BNA-Artenschutzbuch", das Sie bei der BNA-Geschäftsstelle für 6,00 € plus 2,05 € Versandkostenpauschale beziehen können, sind - neben allen anderen relevanten Vorschriften, Gesetzen und Verordnungen - ebenfalls diese Listen so aufgeführt, dass eigentlich niemand einen Fehler machen kann.

 

Dennoch soll auf die wichtigsten Dinge und vor allem auf die notwendige Vorgehensweise eingegangen werden, damit möglichst wenig Fehler vorkommen. Vergewissern Sie sich als erstes, ob es sich überhaupt um kennzeichnungspflichtige Tiere handelt, denn die Masse der gehaltenen Tiere muss auch in Zukunft nicht von Gesetzes wegen gekennzeichnet werden.

 

Bitte beachten Sie, dass die Psittakoseverordnung seit dem 17.10.2012 aufgehoben ist; wir haben deshalb keine Psittakoseringe mehr im Sortiment.

 

Was bedeutet die Aufhebung der Psittakoseverordnung und die Änderung des Tierseuchengesetzes für den Sittich- und Papageienliebhaber?
  • Eine Zucht- und Haltegehmigung nach § 17g Tierseuchenrecht ist nicht mehr erforderlich.
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  • Eine amtliche Kennzeichnung nach der Psittakose Verordnung ist nicht mehr erforderlich.
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  • Eine Buchführungspflicht nach Tierseuchenrecht besteht ebenfalls nicht mehr.
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  • Der BNA empfiehlt allen Haltern und Züchtern von Psittaciden, die nicht unter die Anlage 6 der Bundesartenschutz- Verordnung aufgeführt sind, eine freiwillige Kennzeichnung und Buchführung.

 

Der BNA bietet allen Vogelhaltern über seinen Ringlieferanten www.vogelringe.net für nicht kennzeichnungspflichtige Vogelarten individuelle Kennzeichen/Vogelringe, an. Sie können die Vogelringe mit dem Kürzel Ihres Namens, Jahreszahl und fortlaufender Nummer bestellen.

 

Außerdem - und nur darum geht es hier - müssen in Zukunft gekennzeichnet sein etwa 600 besonders schutzbedürftige Arten, bei denen entweder die Bestände in der freien Natur gefährdet sind oder bei denen die Gefahr besteht, dass der eine oder andere "Züchter" in Versuchung geraten könnte, seinen Zuchtbestand durch Entnahmen aus der freien Natur zu "verbessern".

Wenn die Tiere nach der neuen Verordnung gekennzeichnet sein müssen, ist zu unterscheiden, ob es sich um Altbestand oder um Jungtiere handelt:
  • Handelt es sich um Alttiere der kennzeichnungspflichtigen Arten, die bereits gekennzeichnet sind, muss die zuständige Behörde abklären, ob sie diese alte Kennzeichnung anerkennt. Wir gehen davon aus, dass dies immer dann der Fall sein kann, wenn die Tiere mit einem gut lesbaren geschlossenen Ring, der nicht abziehbar ist, versehen sind, denn es wäre sicherlich nicht sinnvoll, diesen Ring zu entfernen und durch einen offenen Ring zu ersetzen, der in seiner Qualität zwangsläufig jedem geschlossenen Ring unterlegen ist. Auch wenn ein geeignetes anderes Kennzeichen vorhanden ist, möchten wir die Behörden bitten, im Interesse der Tiere zu prüfen, ob dieses alte Kennzeichen nicht verbleiben kann. Dies gilt natürlich auch in den Fällen, in denen ein Tier z.B. einen Transponder trägt. Wenn die Behörde das vorhandene Kennzeichen anerkennt, ist für diese Alttiere alles in Butter. Wenn nicht, müssen diese Tiere wie Jungtiere behandelt werden, also neu gekennzeichnet werden.

  • Handelt es sich um Alttiere der kennzeichnungspflichtigen Arten, die aus irgendwelchen Gründen nicht oder nicht mehr gekennzeichnet sind, müssen diese ebenfalls nach der Verordnung gekennzeichnet werden, es sei denn, dass die Behörde einer anderen Form der Individualisierung zustimmt. Dies könnte z.B. bei vielen Reptilien oder Großpapageien der Fall sein, die individuell zum Teil sehr gut voneinander zu unterscheiden sind. Warum etwa sollte man eine Riesenschildkröte mit einem Transponder versehen, wenn es genügt, ein Foto von einer charakteristischen Stelle des Tieres zu den Papieren zu nehmen? Wir Menschen haben in der Regel ja auch keinen Transponder.

  • Alle Jungtiere der kennzeichnungspflichtigen Arten müssen ab 1.1. 2001 entsprechend der Verordnung gekennzeichnet werden, es sei denn, die Behörde stimmt einer anderen Form der Individualisierung zu.

 

Beachten Sie bitte auch, dass auch Mischlinge zu kennzeichnen sind, auch wenn nur ein Elterntier kennzeichnungspflichtig ist. Dasselbe gilt auch für Mutationen, die genau so wie die Wildformen zu kennzeichnen sind.

Um zu wissen, wie im Regelfall gekennzeichnet werden muss, schauen Sie bitte in der Bundesartenschutzverordnung oder im BNA-Artenschutzbuch nach, welche Kennzeichnungsmethode bzw. welches Kennzeichen für das Tier vorgeschrieben ist. Der Halter des Tieres (das kann selbstverständlich auch eine juristische Person wie ein Zoologischer Garten oder eine Behörde sein, aber auch eine Züchtergemeinschaft, auch wenn sie nicht über einen schriftlichen Vertrag, sondern nur mündlich begründet ist. In diesem Fall ist aber bei der Bestellung klar zu machen, welche Person der Besteller ist und die Verantwortung übernimmt). Mitglieder eines Teilverbandes des BNA bestellen dann über Ihren Teilverband, der nach der Überprüfung die Bestellung an den BNA weiterreicht, Nichtmitglieder von Teilverbänden oder sonstige Besteller direkt beim BNA die benötigten Kennzeichen. Die notwendigen Bestellformulare sind bei den Teilverbänden oder beim BNA zu erhalten, sie können aber auch aus dem Internet abgerufen und ausgedruckt werden.


Beachten Sie dabei aber Folgendes:
  1. Diese Kennzeichen dürfen nur für kennzeichnungspflichtige Tiere verwandt werden. Wer solch einen Ring etwa seinem Wellensittich überzieht, weil gerade noch einer übrig war, oder seine Katze mit solch einem Transponder versieht, muss mit einem Bußgeldbescheid oder ähnlichen unangenehmen Dingen rechnen, wenn er erwischt wird.

  2. Der Vogelzüchter muss seine nicht benötigten Kennzeichen / Ringe selbst vernichten und diesen Vorgang im amtlichen Nachweisbuch vermerken.

  3. Kennzeichnungspflichtige Tiere, die aus irgendwelchen Gründen noch nicht oder nicht mehr oder nicht ausreichend gekennzeichnet sind (siehe oben), müssen nachgekennzeichnet werden.

  4. Ringe, die der Kennzeichnung dienen, werden vom Züchter oder einer Person seines Vertrauens angebracht, Transponder müssen von einem Tierarzt gesetzt werden, die Transponder sind aber in der Regel vom Züchter selbst beim BNA zu beziehen und dann dem Tierarzt zu übergeben. Eine Ausnahmeregelung, nach der besonders vom BNA zuzulassende Tierärzte vom BNA Transponder auf Vorrat beziehen und dann quasi im Namen des BNA ausgeben, ist in Vorbereitung.

  5. Unabhängig von der Kennzeichnung sind die entsprechenden Meldungen an die Behörde zu machen. Auch dazu lesen Sie am besten im BNA-Artenschutzbuch nach.

  6. Der BNA erfasst alle Daten und gibt vierteljährlich den zuständigen Behörden Bescheid, wer welche Kennzeichen bezogen hat, bzw. welche Kennzeichen nicht verwendet bzw. im Berichtszeitraum durch Tod der Tiere freigeworden sind.

 

 

Die Ringe zu Erfüllung der Kennzeichnungsverordnung, die vom BNA ausgegeben werden, enthalten auf jeden Fall neben den vom Verordnungsgeber vorgeschriebenen Angaben wie Jahrgang, Durchmesser und fortlaufender Nummer die zwei Buchstaben DB (D für Deutschland und B für BNA). Die Ringe sind wie folgt beschriftet (Beispiel): B2.8 G16 0001 (B fü BNA, 2,8 = Ringgröße, G für geschlossen oder O für offen, 16 = Ringjahr, 0001 = fortlaufende Nummer).
Bei geschlossenen Ringen ist die fortlaufende Nummer immer 4-stellig.
Bei offenen Artenschutzringen (von 2,0-3,5 mm) ist sie 3-stellig, ab 3,8 mm dann ebenfalls 4-stellig.
Durch diese Beschriftung sind die Ringe eindeutig als vom BNA ausgegebene Kennzeichen zu identifizieren und somit der Erstverwender unschwer zu ermitteln.

Die Transponder, die wir ausgeben, sind entsprechend der Verordnung gestaltet. Die Nummern der Transponder bzw. die Codes, die an die einzelnen Züchter vergeben werden, werden den vierteljährlichen Meldungen zu entnehmen sein.

Falls Sie noch weitere Fragen haben sollten, wenden Sie sich bitte an unsere Geschäftsstelle.

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